Einbeiniges Kreuzheben: Vorteile, Technik und Studienanalyse
Zuletzt aktualisiert: April 2026
Von Wiktor Diamant, M.Sc. Trainingswissenschaften (Deutsche Sporthochschule Köln), FMS Level 2 zertifiziert, Certified Functional Strength Coach und Personal Trainer in Köln.
Das einbeinige Kreuzheben (auch bekannt als Single-Leg Deadlift/ Abk. SLDL) ist eine der wertvollsten Übungen im funktionellen Training. Falls dir diese Bezeichnung wenig sagt: Es handelt sich dabei im Grunde um nichts anderes als Kreuzheben auf einem Bein. In meiner Trainingspraxis setze ich diese Übung seit vielen Jahren konstant ein und konnte dabei beobachten, welche Trainingsanpassungen das einbeinige Kreuzheben über die Monate und Jahre bei Trainierenden hervorruft und was die häufigsten Fehler sind.

Unter anderem habe ich die Muskelaktivität beim einbeinigen Kreuzheben auch in einer eigenen Studie untersucht (Diamant et al., 2021). Hierfür habe ich die Muskelaktivität (gemessen per EMG) des einbeinigen Deadlifts mit der beim zweibeinigen Deadlift verglichen.
In diesem Artikel möchte ich dir dieses Wissen und viele Tipps zum einbeinigen Kreuzheben und einbeinigen Training im Allgemeinen weitergeben.
Inhalt
Du erfährst:
1. Deshalb solltest du einbeinig Kreuzheben
Einbeinige Übungen haben eine lange Geschichte
Der Single-Leg Deadlift wird häufig als der kleine Bruder vom Deadlift angesehen. Auch werden einbeinige Übungen im Allgemeinen oft als Varianten ihrer zweibeinigen Übungen bezeichnet. Das war jedoch nicht immer so. Machen wir eine kleine Zeitreise etwa 100 Jahre zurück in die Vergangenheit. Damals hatten die Menschen ein anderes Verständnis von einbeinigen Belastungen und Übungen und hielten sie den zweibeinigen Übungen für überlegen. Zweibeinige Beinübungen wurden lediglich als Varianten von einbeinigen Übungen verstanden. Einen Hinweis darauf gibt dieser Zeitschriftenausschnitt aus der Strength and Health von 1922:

Dieser Artikel thematisiert zwar nicht das einbeinige Kreuzheben im Detail. Jedoch steht darin, dass die einbeinige Kniebeuge die Hauptübung beim Beintraining darstellt und die bilaterale Kniebeuge lediglich eine Variation der selben Übung ist.
Auch wenn man nach heutiger Auffassung Bedenken an der Ausführung mit abgehobenen Fersen äußern würde: Diese Bilder vermitteln dennoch den Eindruck, dass man schon damals einbeinigen Übungen eine höhere Bedeutung zuschrieb. Damals gab es allerdings noch keine Möglichkeit, die Belastungen bei einbeinigen Übungen wissenschaftlich zu messen. Deshalb beruhten die Einschätzungen wahrscheinlich nur auf logischen Überlegungen.

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Einbeinige Übungen sind meistens funktioneller
Aus funktioneller Sicht macht es nämlich viel mehr Sinn, vorrangig einbeinig statt zweibeinig zu trainieren (z. B. mit dem einbeinigen Kreuzheben oder der Ausfallschrittkniebeuge). Denn die meisten alltäglichen Belastungen sind einbeiniger Natur (1, 2, 3). Wenn man also nicht gerade Ruderer oder Gewichtheber ist, lohnt es sich, mehr einbeinig als zweibeinig zu trainieren. Laufen und Gehen zum Beispiel, die Hauptbewegungsformen des Menschen, sind einbeinig geprägt. Ebenso sind Treppensteigen, schnelle Richtungswechsel (etwa bei einem Sprint im Fußball) und die meisten Sprungbewegungen einbeinig.

In diesem Video beschreibe ich am Beispiel des einbeinigen Kreuzhebens drei wesentliche Vorteile des einbeinigen Trainings:
2. Trainingseffekte des einbeinigen Kreuzhebens
Im Internet kursieren zahlreiche Behauptungen zum Single-Leg Deadlift. So wird beispielsweise behauptet, dass die stabilisierenden Muskeln dabei viel stärker trainiert werden, allen voran der Gluteus medius. Das ist ein kleiner seitlicher Gesäßmuskel, der dafür sorgt, dass wir seitlich in der Hüfte nicht einknicken und ins X-Bein verfallen. Tatsächlich gibt es bisher jedoch nur wenige wissenschaftliche Analysen zu dieser Übung.
Welche Muskeln werden beim SLDL trainiert?

Zwar haben viele Studien die Aktivität der stabilisierenden Hüftmuskulatur bei verschiedenen einbeinigen Übungen untersucht. Dabei hat man auch herausgefunden, dass die seitlichen Pomuskeln tatsächlich stärker aktiv sind (4, 5, 6, 7). Jedoch hat bisher keine einzige Studie den stabilisierenden Gluteus medius beim einbeinigen Kreuzheben mit üblichen Gewichten untersucht. In den bisherigen Untersuchungen wurden bisher nur die Effekte des einbeinigen Kreuzhebens mit dem eigenen Körpergewicht untersucht.
Deshalb habe ich in meiner Masterarbeit (unter anderem) die Muskelaktivität mit üblichen Zusatzgewichten genauer unter die Lupe genommen. Dabei habe ich gemessen, dass der Gluteus medius beim Single-Leg Deadlift höher aktiviert ist als beim bilateralen Deadlift. Beide Übungen wurden hierfür übrigens mit der gleichen relativen Intensität (8-Repetition-Maximum) untersucht.
Weitere Ergebnisse waren: Auch die Aktivitäten des Gluteus maximus (großer Gesäßmuskel) und des Biceps femoris (ein Beinbeuger auf der Beinrückseite) fielen höher aus als beim zweibeinigen Deadlift. Nur der Rückenstrecker im Lendenwirbelbereich wurde beim einbeinigen Kreuzheben erwartungsgemäß geringer aktiviert.
Die genauen EMG-Werte kannst du der unten abgebildeten Tabelle entnehmen:

Interpretation der Studienergebnisse
a) Vorsicht bei der Interpretation von EMG-Werten
Allerdings kann man von einer höheren Muskelaktivität nicht ohne Weiteres auf einen höheren Trainingsreiz schließen. Sie gilt lediglich als ein Hinweis darauf.
b) Höhere EMG-Aktivität beim SLDL trotz Instabilität
Interessant ist auch: Bei instabilen Übungen (wie z. B. bei Kniebeugen auf einem Wackelbrett) kann man normalerweise eine reduzierte Aktivität der Prime-Mover (Hauptmuskulatur) bei gleichzeitig höherer Aktivität der stabilisierenden Muskeln (z.B. Gluteus medius) beobachten (9, 10, 11). Das konnte ich bei meiner Analyse des Single-Leg Deadlift’s jedoch nicht beobachten. Das heißt, dass beim einbeinigen Kreuzheben trotz höherer Instabilität sowohl der stabilisierende Gluteus medius als auch die Hauptmuskeln (Gluteus maximus, Biceps femoris) stärker aktiviert wurden. Das deutet auf einen robusten Trainingseffekt hin.
c) Höhere EMG-Aktivität trotz weniger Trainingserfahrung
Nicht nur war die EMG-Aktivität der Hauptmuskeln beim einbeinigen Kreuzheben höher als beim zweibeinigen Deadlift. Auch betrugen die verwendeten Trainingsgewichte bei der Mehrzahl der Probanden beim unilateralen Kreuzheben durchschnittlich mehr als die Hälfte vom jeweiligen bilateralen Deadlift Gewicht!
Und das obwohl die meisten Probanden nur zwei Monate Übungszeit beim SLDL hatten. Dagegen hatten die meisten Probanden das zweibeinige Kreuzheben bereits seit vielen Jahren regelmäßig ausgeführt.
d) Einbeinige Bewegungen profitieren vom Bilateralen-Kraft-Defizit (BLD)
Es gibt im Körper Mechanismen, die einseitige Belastungen begünstigen. Das heißt, dass du grundsätzlich mehr Kraft pro Bein erzeugen kannst, wenn du einbeinig statt zweibeinig arbeitest (8). In der Sportwissenschaft nennt man das Bilaterales Kraft-Defizit (BLD): Bereits 1961 haben Henry und Smith beobachtet, dass die Summe der einzeln produzierten Kräfte von linkem und rechtem Bein größer ist als die Kraft bei gleichzeitiger Belastung beider Beine (12).
Beispielrechnung für einen Athleten mit einem BLD beim zweibeinigen Kreuzheben:
Ein Athlet mit einem bilaterales Deadlift-Gewicht von 120 kg und einer unilaterale Deadlift-Belastung von je 65 kg hätte ein BLD von −7,7 %.

Die genauen Ursachen des BLD sind noch nicht vollständig geklärt. Bei komplexen Übungen wie dem Kreuzheben ist es schwierig, den Effekt sauber nachzuweisen, weil viele andere Faktoren die Ergebnisse beeinflussen. Mehr über den Belastungsvergleich von unilateralen und bilateralen Beinübungen findest du in diesem Artikel.
3. Vorteile des einbeinigen Kreuzhebens
Das einbeinige Kreuzheben hat 4 klare Vorteile gegenüber dem zweibeinigen Kreuzheben:
- Niedrigeres Verletzungsrisiko des Rumpfes/Rückens aufgrund verringerter Belastung der Wirbelsäule im Vergleich zum konventionellen Deadlift;
- Eine höhere Aktivierung der gelenkstabilisierenden Muskeln. Diese kann zu einer erhöhten Belastbarkeit in den drei Bewegungsebenen beitragen und übermäßige Ausweichbewegungen zu kontrollieren helfen;
- Eine Korrektur von Asymmetrien zwischen den Gliedmaßen und den zugrunde liegenden muskulären Dysbalancen;
- Eine höhere potenzielle Kraftproduktion pro Bein im Vergleich zum bilateralen Deadlift. Diese ist vermutlich bedingt durch das bilaterale Kraft-Defizit (BLD).
Das heißt, dass der Single-Leg Deadlift …
- sicherer für den Rücken ist
- die Gelenkstabilität effektiver trainiert
- eine Symmetrie in der Kraft fördert
- und besser geeignet ist für die Verbesserung von Kraft und Muskelwachstum (der Beinmuskeln)
… als der bilaterale Deadlift.
Zugegeben, das sind starke Aussagen. Für den ein oder anderen Langhantel-Liebhaber dürften diese Argumente wahrscheinlich wie Blasphemie an den traditionellen Grundübungen vorkommen. Jedoch sieht so nun mal die Datenlage aus!
Jetzt aber genug der Pro-Argumente für das einbeinige Kreuzheben. Im nächsten Abschnitt erfährst du, durch was sich die einzelnen Varianten des Single-Leg Deadlifts unterscheiden.
4. Verschiedene Varianten des einbeinigen Kreuzhebens
Der SLDL kann auf vielfältige Arten ausgeführt werden. Zum Beispiel mit Kettlebells, Kurzhanteln, Langhanteln oder auch asymmetrisch beladen. In diesem Artikel beschränke ich mich vorerst nur auf die Variante mit den Kettlebells und Langhanteln beschränken.
Der SLDL mit Kettlebells hat den Vorteil, dass das Gewicht näher am Körperschwerpunkt bleibt. Dadurch entstehen weniger Scherkräfte für den Rücken. Am oberen Ende der Bewegung ist die Aktivität des Gluteus maximus (großer Gesäßmuskel) jedoch nicht mehr so hoch, weil sich die Gewichte genau auf der Höhe der Hüftdrehachse befinden. Vergleichbar zur Variante mit Kettlebells ist die Ausführung mit Kurzhanteln. Obwohl Kettlebells für das einbeinige Kreuzheben wegen des zentralen Schwerpunkts bequemer sind, kannst du genauso gut auch Kurzhanteln verwenden, wenn dein Studio keine schweren Kettlebells hat.
Im Gegensatz dazu befindet sich die Last bei der Langhantel-Variante noch vor der Hüftdrehachse. Deshalb muss der Po hier auch am oberen Ende der Bewegung stärker angespannt werden. Zudem ist die Belastung für den unteren Rücken bei der Langhantel-Variante etwas höher, weil das Gewicht mit einem längeren Hebel vor dem Körper bewegt wird.
5. Bewegungsausführung beim Single-Leg Deadlift
Bewegungsausführung mit Langhantel und Kettlebells
einbeiniges Kreuzheben mit Langhantel, Ausgangs- und Endposition einbeiniges Kreuzheben mit Kettlebells, Ausgangs- und Endposition
- 1. a) Mit Langhantel – Füße und Stand: Die Ausgangsstellung beginnt im aufrechten, versetzten Stand mit dem Standbein mittig vor der Langhantel positioniert. Das Körpergewicht ist dabei größtenteils auf das Standbein verlagert.
- 1. b) Mit Kettlebells – Füße und Stand: Die Ausgangsstellung beginnt im aufrechten, versetzten Stand. Die Zehen des Standbeinfußes stehen mittig zwischen den Kettlebells. Das Körpergewicht ist dabei größtenteils auf das Standbein verlagert.
- 2. Einnahme der Startposition: Von hier aus wird die Standwaagen-Position eingenommen (siehe Abbildung). Dabei wird die Standbeinseite im Knie und in der Hüfte gebeugt, während der Rücken gestreckt gehalten wird. Das Knie des Standbeins ist dabei nur so weit gebeugt, wie es für die Aufrechterhaltung eines geraden Rückens notwendig ist. Optimal ist eine Haltung mit dem Oberkörper parallel zum Boden. Bei einem zunehmenden Kniebeugewinkel wird ansonsten die möglichst körpernahe Aufwärtsbewegung der Langhantel durch den weiteren Knievorschub erschwert. Das unbelastete Schwungbein wird in Verlängerung des Rückens mit der Ferse voran vom Körper weggestreckt. Auf diese Weise kannst du auch die Vorlage des Oberkörpers besser ausgleichen.
- 3. a) Mit Langhantel – Aufbau der „Aufspannung“ (gerader Rücken): Die Langhantel wird mit beiden Händen etwa schulterbreit gegriffen. Der Rücken wird unter Anspannung des M. latissimus dorsi (breiter Rückenmuskel), der Bauchmuskeln und der Rückführung der Schulterblätter (Retraktion) in die Vorspannung gebracht.
Aufspannung und Zugbewegung mit Kettlebells
- 3. b) Mit Kettlebells – Aufbau der „Aufspannung“ (gerader Rücken): Die Kettlebells werden mit beiden Händen gegriffen. Der Rücken wird unter Anspannung des M. latissimus dorsi (breiter Rückenmuskel), der Bauchmuskeln und der Rückführung der Schulterblätter (Retraktion) in die Vorspannung gebracht.
- 4. Heben des Gewichts: In der konzentrischen Hebephase wird der Oberkörper zügig und kontrolliert aufgerichtet, bis die Hüfte des Standbeins komplett gestreckt ist. Dabei wird die Langhantel/ die Kettlebells möglichst nah am Knie nach oben gezogen, um den Lastarm auf der Hüftdrehachse kurz zu halten. Während der Hüftstreckung wird das hintere Schwungbein mit gestreckter Hüfte und in Verlängerung des Rückens mitgeführt. Am Ende der Hüftstreckung befindet es sich fast auf Höhe des Standbeins (siehe Abbildung von der Endposition). Die Fußspitzen des Schwungbeins dürfen an dieser Stelle zur Stabilisation kurz auf dem Boden aufgesetzt werden. Am Ende der Hebephase sind der Po und der Bauch fest angespannt. Die Lendenwirbelsäule ist durch die Bauchspannung in einer neutralen Stellung.
- 5. Absenken des Gewichts: Nach einer kurzen Haltedauer in der oberen Endstellung wird die exzentrische Abwärtsbewegung zurück in die Ausgangsposition eingeleitet. Dabei wird das Gewicht kontrolliert und möglichst nah am Körper zum Boden abgesenkt.
6. Häufige Fehler beim einbeinigen Kreuzheben
Beim einbeinigen Kreuzheben lassen sich bestimmte Fehler immer wieder beobachten. Oft ist man sich dabei selbst nicht bewusst, wie die eigene Bewegung tatsächlich aussieht. Deshalb empfehle ich, sich bei der Ausführung zu filmen. Dabei solltest du insbesondere auf folgende potenzielle Ausführungsfehler achten:
- Runder Rücken: Dieser Fehler geht häufig einher mit einer mangelnden Aufspannung durch den breiten Rückenmuskel (Latissimus dorsi). Was unter dieser Aufspannung zu verstehen ist, zeige ich dir im Video bei Minute 3:55. Weiterhin kann es sein, dass das Standbeinknie zu stark gestreckt ist und mehr gebeugt werden sollte. Falls du sehr groß bist oder einfach nur relativ lange Beine und kurze Arme hast, solltest du das Gewicht evtl. erhöht stellen und nicht vom Boden heben.
- Aufdrehen des Beckens zur Standbeinseite: Vermeide es, dich in der Hüfte zur Standbeinseite aufzudrehen (übermäßige Außenrotation im Hüftgelenk). Versuche das Becken stattdessen in einer waagerechten Position zum Boden zu halten. Ein Beispiel hierfür zeige ich dir im oben eingebetteten Video bei Minute 4:23.
- X-Bein-Stellung des Standbeins (ein nach innen knicken des Knies): Daraus resultiert ein Gleichgewichtsproblem und eine Fehlbelastung des Knies. Eine häufige Ursache dieses Fehlers liegt in einem instabilen Fußgewölbe und einer schwachen seitlichen Hüftmuskulatur (Gluteus medius). Versuche stattdessen den Fuß neutral (nicht außenrotiert) aufzustellen, dein Fußgewölbe aufzurichten (siehe Bsp. im eingebetteten Video bei Minute 5:03) und dein Knie senkrecht über dem Fuß zu führen.
7. Fazit
Der Single-Leg Deadlift ist eine sehr effektive Übung. Sowohl beim Ziel Muskeln aufzubauen als auch bei der Verbesserung der funktionellen Kraft und Stabilität. Natürlich ist auch das zweibeinige Kreuzheben eine sehr gute Übung. Allerdings braucht man dafür keine Lanze mehr zu brechen. Das einbeinige Kreuzheben hingegen ist trotz seiner vielen Vorteile – z.B. Rückenschonung und Verletzungsprophylaxe durch Verbesserung der Stabilisation – in den meisten Trainingsplänen vergleichsweise unterrepräsentiert. Ich hoffe, ich konnte dir den unilateralen Deadlift mit diesem Artikel etwas schmackhaft machen und gute Argumente liefern, diese komplexe Übung regelmäßig auszuführen. In Kombination mit dem Kettlebell Swing als weitere Hip-Hinge-Übung ergibt sich ein starkes Duo für die hintere Muskelkette.
In einer individuellen Bewegungsanalyse analysieren wir deine Technik beim Single-Leg Deadlift und erarbeiten gezielte Korrekturen für saubere, schmerzfreie Ausführung.
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Häufige Fragen zum einbeinigen Kreuzheben
Ist einbeiniges Kreuzheben besser als zweibeiniges?
Nicht grundsätzlich besser, aber für die meisten Trainingsziele vorteilhaft. Studien zeigen, dass der Single-Leg Deadlift die Gesäß- und Beinrückseite stärker aktiviert, die Stabilität in der Hüfte verbessert und den Rücken weniger belastet als der bilaterale Deadlift (Diamant et al., 2021). Für Athleten, deren Sport einbeinige Belastungen erfordert (Laufen, Fußball, Tennis), ist er besonders sinnvoll.
Welches Gewicht sollte ich beim einbeinigen Kreuzheben verwenden?
Als Richtwert gilt: Starte mit etwa 40-50 % deines bilateralen Kreuzheben-Gewichts pro Seite. Bei einem bilateralen Deadlift von 100 kg wären das ca. 40-50 kg einbeinig. Durch das bilaterale Kraft-Defizit (BLD) wirst du mit der Zeit oft mehr als die Hälfte deines bilateralen Gewichts schaffen.
Kettlebells oder Langhantel beim einbeinigen Kreuzheben?
Kettlebells eignen sich besser für Einsteiger, weil das Gewicht näher am Körperschwerpunkt bleibt und die Rückenbelastung geringer ist. Die Langhantel-Variante aktiviert den Gesäßmuskel am oberen Bewegungsende stärker und erlaubt höhere Gewichte. Wir empfehlen, mit Kettlebells zu beginnen und später auf die Langhantel umzusteigen.
Wie oft sollte ich einbeiniges Kreuzheben trainieren?
2 bis 3 Mal pro Woche ist ein guter Rhythmus. Plane mindestens einen Ruhetag zwischen den Einheiten. 3 bis 4 Sätze mit 6 bis 10 Wiederholungen pro Seite sind ein effektiver Bereich für Kraftaufbau und Stabilität.
Quellen und weiterführende Artikel
Eigene Studie zum Single Leg Deadlift: Diamant, W. P., Geisler, S., Havers, T., & Knicker, A. (2021). Comparison of EMG Activity between Single-Leg Deadlift and Conventional Bilateral Deadlift in Trained Amateur Athletes-An Empirical Analysis. International Journal of Exercise Science, 14(1), 187-201.
(1): Boyle M. Advances in functional training: training techniques for coaches, personal trainers and athletes. On Target Publications, 2012.
(2): Juan CS. Single-Leg Training for 2-Legged Sports: Efficacy of Strength Development in Athletic Performance. Strength & Conditioning Journal 23: 35, 2001.
(3): McCurdy K and Conner C. Unilateral support resistance training incorporating the hip and knee. Strength & Conditioning Journal 25: 45-51, 2003.
(4): Ayotte NW, Stetts DM, Keenan G, and Greenway EH. Electromyographical analysis of selected lower extremity muscles during 5 unilateral weight-bearing exercises. journal of orthopaedic & sports physical therapy 37: 48-55, 2007.
(5): Distefano LJ, Blackburn JT, Marshall SW, and Padua DA. Gluteal muscle activation during common therapeutic exercises. J Orthop Sports Phys Ther 39: 532-540, 2009.
(6): Boren K, Conrey C, Le Coguic J, Paprocki L, Voight M, and Robinson TK. Electromyographic analysis of gluteus medius and gluteus maximus during rehabilitation exercises. International journal of sports physical therapy 6: 206, 2011.
(7): Ekstrom RA, Donatelli RA, and Carp KC. Electromyographic analysis of core trunk, hip, and thigh muscles during 9 rehabilitation exercises. journal of orthopaedic & sports physical therapy 37: 754-762, 2007.
(8): Archontides C and Fazey J. Inter-limb interactions and constraints in the expression of maximum force: A review, some implications and suggested underlying mechanisms.Journal of sports sciences 11: 145-158, 1993.
(9): Behm DG, Anderson K, and Curnew RS. Muscle force and activation under stable and unstable conditions. The Journal of Strength & Conditioning Research 16: 416-422, 2002.
(10): Behm DG and Anderson KG. The role of instability with resistance training. Journal of Strength and Conditioning Research 20: 716, 2006.
(11): Saeterbakken AH and Fimland MS. Muscle force output and electromyographic activity in squats with various unstable surfaces. The Journal of Strength & Conditioning Research 27: 130-136, 2013.
(12): Henry FM and Smith LE. Simultaneous vs. separate bilateral muscular contractions in relation to neural overflow theory and neuromoter specificity. Research Quarterly American Association for Health, Physical Education and Recreation 32: 42-46, 1961.

Lerne im Single-Leg Training Seminar wie du einbeinige Übungen richtig einsetzt und ausführst. Mehr Infos







2 Kommentare
Hallo lieber Wiktor,
danke für den tollen Content. Eine Anmerkung habe ich jedoch. Ich, für meinen Teil, fänd es noch besser, wenn Du in deinen Videos mehr als nur eine Wiederholung am Stück machen würdest. Einfach um noch besser auch das Bewegungsbild zu verstehen. Gerade für visuelle Lerner denke ich nochmal eine Hilfe zu Deinen ja eh schon sehr präzisen Erklärungen.
Danke und Gruß aus Hamburg
Patrick
Hallo Patrick, danke für dein Feedback! Liebe Grüße, Wiktor